Carl Mand

galt als ein „Nestor des Pianofortebaues". Viele Neuerungen sind von Ihm erfunden, verbessert oder etabliert worden. Noch heute existieren einige mustergültige Exemplare Mand'scher Klavierbaukunst. Doch aus politischen Gründen erlang Carl Mand nie die Größe vergleichbarer Unternehmen wie Bechstein oder Steinway, wohl aber einen exzellenten Ruf. Dies beweisen 17 Hoflieferantentitel, 33 international erworbene erste Preise und Auszeichnungen sowie Anerkennung und Bewunderung von Künstlern wie: Clara Schumann, Johannes Brahms, Franz Liszt, Richard Wagner, Sigismund Thalberg, etc.

Seitens der Presse liest man:

„Unvergleichliche Klangkraft und Tonschönheit"

„Eleganz des Anschlags und unverwüstliche Solidität"

„Blühender, kraftvoller Ton"

„Angenehme Spielart"

„Edle, mächtige Tonfülle [...] aber auch zeitweise Lieblichkeit [...] dass man die getragenen Töne der Geige und des Cello's zu vernehmen glaubt"

T-RippenT – Rippen für Resonanzböden August 1894

Zeitschrift für Instrumentenbau 1893-1894 S.826ff

D. R. P. a.
Jedermann weiß, daß die Streich-Instrumente durch das Alter und längeres Spielen an Tonschönheit und Glanz gewinnen und so sehr im Werthe steigen, daß dieselben schließlich fast mit Gold aufgewogen werden. Die Klavierfabrikation stand bisher der unabänderlichen Thatsache machtlos gegenüber, daß die Klaviere im Laufe der Jahre an Fülle und Frische des Tones immer mehr einbüßten, und mochte man auch das schönste Instrument, wenn es erst 20 oder 30 Jahre im Gebrauch, neu besaiten und mit neuer Mechanik u. neuen Hammerköpfen versehen, es blieb eben immer nur ein verbrauchtes Instrument, dem die Jugendfrische fehlte. Die Ursache dieser verhältnißmäßig schnellen Abnutzung ist den Fachleuten durchaus kein Geheimniß und läßt sich auf folgende Weise erklären.
Während auf dem Resonanzboden der Geige nur 4 weiche Darmsaiten ruhen, die durch ihren minimalen „Druck" demselben nichts anzuhaben vermögen, lasten auf dem Resonanzboden des Klavieres 225 äußerst straff angespannte Stahlsaiten, deren stärkste erst bei einer Belastung von 500 Kg reißt.
Bei der Geige genügt die Einführung der sogenannten „Stimme" in den Geigenkörper, um dem Resonanzboden soviel Widerstandskraft gegen den Saitendruck zu geben, daß dieser sich nicht durchdrückt". Um dem Klavier-Boden diese Widerstandskraft zu geben, sind besonders in den letzten Jahren die verschiedensten Versuche, theilweise mit fast negativem Erfolge gemacht worden.

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KlangstaebeKlangstäbe (Tonsammler) 2. Februar 1899

Zeitschrift für Instrumentenbau 1898-1899 S.885

Besonders in dem letzten Jahrzehnt sind von vielen Fabrikanten die mannigfachsten Versuche gemacht worden, den Ton des Pianos zu verstärken, demselben mehr Fülle, Glanz und Ausdruck zu verleihen – meist durch mehr oder minder umständliche und kostspielige Mittel. Um so freudiger wird man in Fachkreisen eine Erfindung von Carl Mand in Coblenz begrüßen, die mit ganz einfachen Mitteln und geringen Kosten die Erreichung dieses idealen Zieles näherrückt – die Erfindung der Klangstäbe oder Tonsammler, die dem Erfinder am 2. Februar 1899 patantamtlich geschützt ist und deren Anwendung - weil einfach und billig - von umso größerem Werthe ist, als man sie meistens noch nachträglich an anderen Fabrikaten (auch an älteren Instrumenten) anbringen kann. Obige Zeichnung zeigt die Anwendung der Klangstäbe, die zwischen den Rippen aufgeleimt, da ihre größte Stärke haben, wo die Schrauben in den Steg gehen und sich nicht nur nach ihrem Ende zu in schlanken Bogen verjüngen, sondern auch nach dem Bass und Discant zu an Stärke verlieren, so daß der Resonanzboden in der Mitte, nach Form einer Linse, das meiste Holz hat. Nach dem einstimmigen Urtheil vieler fachleute erhält der Ton mehr Körper und einen intensiveren Gesang, besonders und für Jeden hörbar in der Mittelage und dem Discant. Außerdem behält das Instrument jahrelang seine Jugendfrische, weil die Klangstäbe ein Durchdrücken des Resonanzbodens, ohne daß dieser an Elasticität im Geringsten verliert, unbedingt verhindern. Um die Erfindung zum Gemeingut zu machen und Jedem einen Versuch zu ermöglichen, ertheilt die Firma Carl Mand Licenzen a M 2,- mit Anleitung.