KlangstaebeKlangstäbe (Tonsammler) 2. Februar 1899

Zeitschrift für Instrumentenbau 1898-1899 S.885

Besonders in dem letzten Jahrzehnt sind von vielen Fabrikanten die mannigfachsten Versuche gemacht worden, den Ton des Pianos zu verstärken, demselben mehr Fülle, Glanz und Ausdruck zu verleihen – meist durch mehr oder minder umständliche und kostspielige Mittel. Um so freudiger wird man in Fachkreisen eine Erfindung von Carl Mand in Coblenz begrüßen, die mit ganz einfachen Mitteln und geringen Kosten die Erreichung dieses idealen Zieles näherrückt – die Erfindung der Klangstäbe oder Tonsammler, die dem Erfinder am 2. Februar 1899 patantamtlich geschützt ist und deren Anwendung - weil einfach und billig - von umso größerem Werthe ist, als man sie meistens noch nachträglich an anderen Fabrikaten (auch an älteren Instrumenten) anbringen kann. Obige Zeichnung zeigt die Anwendung der Klangstäbe, die zwischen den Rippen aufgeleimt, da ihre größte Stärke haben, wo die Schrauben in den Steg gehen und sich nicht nur nach ihrem Ende zu in schlanken Bogen verjüngen, sondern auch nach dem Bass und Discant zu an Stärke verlieren, so daß der Resonanzboden in der Mitte, nach Form einer Linse, das meiste Holz hat. Nach dem einstimmigen Urtheil vieler fachleute erhält der Ton mehr Körper und einen intensiveren Gesang, besonders und für Jeden hörbar in der Mittelage und dem Discant. Außerdem behält das Instrument jahrelang seine Jugendfrische, weil die Klangstäbe ein Durchdrücken des Resonanzbodens, ohne daß dieser an Elasticität im Geringsten verliert, unbedingt verhindern. Um die Erfindung zum Gemeingut zu machen und Jedem einen Versuch zu ermöglichen, ertheilt die Firma Carl Mand Licenzen a M 2,- mit Anleitung.